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Sophistereien 9.04.19

Organspende als erste Bürgerpflicht? Um das Problem des Organmangels zu lösen, will sich der Staat nun der Körper seiner Bürger bemächtigen. Bisher war es so, dass ein potenzieller Organspender mittels Organspendeausweis seine Bereitschaft zur Organspende erklären musste. Wer keinen Ausweis hatte, bei dem konnten die Angehörigen befragt werden, ob sie einer Organentnahme zustimmen. Alles kompliziert und juristisch schwierig. Minister Spahn will nun das Problem mit seiner “Stillen Einverständniserklärung” lösen. Damit wird jeder automatisch Organspender, es sei denn, dass er ausdrücklich widerspricht, sich also so etwas wie einen negativen Organspendeausweis zulegt. Schweigen gilt so als Zustimmung. Ungeheuerlich, findet der Sophist. In keinem Bereich des Lebens gilt Schweigen als Zustimmung. Man kauft ja beispielsweise nicht ein Produkt im Laden dadurch, dass man nicht erklärt, es nicht haben zu wollen.  Dabei gäbe es doch eine viel einfachere Lösung – klar und transparent: Wer sich zu Lebzeiten in Form eines Organspendeausweises bereiterklärt, nach seinem Hirntode seine Organe zu spenden, soll dafür eine finanzielle Vergütung erhalten. Organe sind ein knappes Gut. Und im Kapitalismus werden knappe Güter zu hohen Preisen auf dem Markt gehandelt. Der Sophist denkt deshalb an einen Betrag von 10 000 Euro.  Verkaufen, statt spenden, um es auf den Punkt zu bringen. Moralische Bedenken sind da völlig unnötig. Erstens ist der Verkauf freiwillig (niemand muss), zweitens ist ja laut Ärzteschaft so eine Organspende nach dem Tod ein Klacks, man spürt nichts mehr. Dem Spender entstehen somit keinerlei Nachteile.

Sophistereien 16.10.18

Der Staat bemächtigt sich nicht nur des Geldes seiner Bürger in Form von Steuern und Abgaben.  Zukünftig begehrt er auch noch dessen verwertbare Organe – post mortem, wie gern behauptet wird.  Wobei dies ein bisschen geflunkert ist. Nach dem Tode wären die  Organe nämlich nicht mehr zu verwenden. Organe können überhaupt nur einem “noch” Lebenden auf der Schwelle des Todes entnommen werden.  Es verwundert also nicht, wenn nur Wenige einen Organspendeausweis mit sich führen. Allein die Vorstellung, am Ende wie ein altes Auto ausgeschlachtet zu werden,  ist schon blanker Horror.  Und wer weiß: Vielleicht bekommt man ja alles mit ( “Reich mir mal die Leber, bitte!”).  Dagegen will der Staat nun Abhilfe schaffen: Er erklärt einfach alle Bürger zu Organspendern, falls sie  dem nicht ausdrücklich widersprechen.  Doch wie soll das gehen? Muss man etwa einen Antrag  stellen, seine Organe im Ernstfall behalten zu dürfen? Gibt es einen “Nicht-Organspendeausweis”? Muss man diesen immer bei sich führen, damit nicht quasi aus Versehen…..? Der Sophist denkt weiter darüber nach.