Sophistereien 5.07.20

Der zeitgenössische Autor versteht sich weniger als der Erschaffer interessanter Literatur, sondern mehr als politisch korrekter Weltverbesserer. Diese Form von Bekenntnisliteratur ist zwar unerträglich und meistens stinklangweilig, kann man aber verstehen. Wer will schon den Märtyrer spielen? Kann doch schon der Versuch eines zarten Dagegenseins die berufliche Ächtung, gar Vernichtung bedeuten.

In Henning Ritters Notizheften findet sich der Gedanke, dass man aufgrund der Abschaffung der Zensur gar nicht mehr merke, was man alles nicht sagen dürfe.

In unnormalen Zeiten wünscht man sich doch nichts sehnlicher als die normalerweise so verhasste Normalität zurück.