Sophistereien 29.01.19

Es ist doch seltsam, dass in einem Land wie Deutschland, in dem die Lebenserwartung mit die höchste in der Welt ist, die Angst der Menschen, frühzeitig aus dem Leben zu scheiden, schon paranoide Züge annimmt. Angst vor dem Klimawandel, vor Atomstrom, vor CO², vor Feinstaub, vor dem Weltuntergang im allgemeinen, vor Plastikmüll, Fleisch, Fisch, Zucker usw.  Manche bringen sich sogar um, weil sie Angst vor dem Tod haben.  Wie ist das zu erklären? Der Sophist vermutet, dass dies ein Wohlstandsphänomen ist. Gehässige Stimmen sprechen sogar von “Wohlstandsverwahrlosung”. Geht es den Menschen nämlich zu gut, müssen sie sich nicht um einen vollen Kühlschrank sorgen, dann langweilen sie sich.  Alles erscheint öde. Der Mensch ist ein Kämpfer. Dem Dasein fehlt es an Sinn.  Und ein probates Mittel, dieser Sinnlosigkeit zu entfliehen, besteht darin, sich irgendwelche Gefahren auszudenken, gegen die man dann kämpfen kann. In den 80ziger Jahren des letzten Jahrhunderts landete ein Buch auf den Bestsellerlisten mit dem Titel “Sorge dich nicht – lebe!” von Dale Carnegy. Solch ein ketzerisches Werk würde heutzutage kaum einen Verlag finden.