Sophistereien 2.05.20

Der Sophist wundert sich darüber, dass Eltern, die ein paar Wochen ihren Kindern ausgeliefert sind, nun schon am Rande des Nervenzusammenbruchs stehen. Wie schön waren doch die Zeiten, in denen man die kleinen Quälgeister die meiste Zeit der Woche in staatliche Obhut geben konnte, zu netten Tanten und Onkels, neusprechmäßig Erziehende und Lehrende genannt, wo sie dann in Schulen und Kitas zu antirassistischen, toleranten, bunten, Haltung zeigenden Bürgern erzogen werden. Verwüsten die kleinen Racker allerdings die eigene Wohnung inklusive Homeoffice, bestehen sie auf kreative Beschäftigung und vegane Mahlzeiten, ist die Geduld der Erziehungsberechtigten scheinbar rasch am Ende. Und alles nur wegen Corona und Madame Merkel, die unsere Freiheit (welche Freiheit?), beschränkt und zusammen mit den Virologen klammheimlich an der Errichtung einer Diktatur arbeitet. Und das sagen jene, die noch vor 4 Wochen mit Angstschweiß auf der Stirn Klopapier und Konserven gehamstert haben. Nun sitzen sie da auf ihren Klorollen, fressen jeden Tag Ravioli und sagen: „Alles nicht so schlimm!“ „Der Mensch ist ein wunderliches Tier“, lehrt Nietzsche. Mögen also, hofft der Sophist, Schulen, Kitas und Ikea bald wieder öffnen – sonst gibt es eine Revolution.