Alle Artikel von Sophistereien

Sophistereien 21.11.20

Meinungsfreiheit kann immer nur absolut gelten. Denn: Wer die Meinungsfreiheit einschränken will – und manchmal scheint es dafür gute Gründe zu geben -, der muss eben eine Grenze ziehen zwischen dem, was man sagen darf und was nicht. Er übersieht dabei allerdings, dass es keine objektiven Kriterien für diese Grenze gibt, somit eine Grenzziehung nur willkürlich sein kann.

Aber darf man dann alles sagen, was man will? Auch offensichtlichen Unsinn? Gibt es denn Kriterien, die festlegen, wie zwischen sinnvollen und unsinnigen Äußerungen zu unterscheiden ist? Man möchte antworten: „Ja, natürlich!“  Würden wir aber gefragt, welches diese Kriterien sind, kämen wir in große Schwierigkeiten.

Betrachte folgende Sätze: X meint, dass er schon mal in China gewesen sei. Y meint, dass ein Urlaub am Meer gut für die Gesundheit sei. Z meint, dass 2×2 = 4  sei.

Sophistereien 14.11.20

Um zwischen wahr und falsch unterscheiden zu können, muss ich bestimmte Dinge als wahr anerkennen. Ziehe ich dagegen alles in Zweifel, dann wüsste ich nicht, auf welcher Grundlage ich zwischen wahr und falsch unterscheiden kann. Ja: Die Begriffe wahr und falsch würden selbst keinen Sinn mehr ergeben.

Warum bin ich davon überzeugt, dass die beiden Menschen, die behaupten, meine Eltern zu sein, wirklich meine Eltern sind? Kann ich daran nicht zweifeln? Hat es nicht schon Fälle gegeben, wo man ein Kind darüber belogen hat? Ich könnte von ihnen Beweise verlangen. Doch was garantiert mir, dass diese nicht gefälscht sind? Aber kann ich deshalb sagen: Ich glaube, dass das meine Eltern sind?

Stellen Sie sich vor, Sie könnten mit Ihrem Leben nochmal von vorne beginnen. Was würden Sie anders machen? An welcher Weggabelung würden Sie anders abbiegen?

Sophistereien 7.11.20

Lange Zeit haben uns Philosophen darüber zu belehren versucht, dass es die Wirklichkeit nicht wirklich gibt, dass vielmehr Wirklichkeit stets im Auge des Betrachters (Subjekt) liegt. Diese beklagen nun ihrerseits den Wirklichkeitsverlust bestimmter Subjekte.

Nur zwei Philosophen können bei einem Waldspaziergang darüber in Streit geraten, ob das, was sie da vor sich sehen, wirklich Bäume sind.

Es gibt zu viele Welterklärer: Je mehr Welterklärer es gibt, desto unerklärlicher wird die Welt. Aber warum muss man die Welt überhaupt erklären? Kann man sie nicht hinnehmen wie sie ist? Sie betrachten und sich wundern, dass es sie gibt? So wie die Alten es taten. Das Staunen als Ursprung der Philosophie?