Alle Artikel von Sophistereien

Sophistereien 30.11.19

Eine Klimaaktivistin bei Friday for Futur antwortet in Berlin auf die Frage, warum es diesmal so wenig Demonstranten gewesen seien, dass es vermutlich zu kalt gewesen sei. Kann man sich nicht ausdenken. Der Sophist vermutet hingegen, dass  der Grund der Black Friday war. Besonders die Mitglieder der Klimasekte sind ja äußerst Konsum bewusst. Die neuesten Handys, Klamotten von H&M und Co. Alles natürlich umweltfreundlich und zu fairen Arbeitsbedingungen in China produziert.

“Black Friday” klingt doch sehr rassistisch. Wo bleibt eigentlich die Sprachpolizei? Warum gibt es keinen Aufschrei im Land?

Die ständig Erreichbaren erreicht man nie.

 

 

 

 

Sophistereien 23.11.19

Selbst als Diskursverweigerer kann man heutzutage nicht in Frieden leben. Überall wird ihm aufgelauert, er wird gestellt, ihm werden peinliche Fragen gestellt, auf einer Party, am Arbeitsplatz, im Supermarkt, beim Friseur. Man will herausfinden, wie er über dies und das denkt. „Sag mir, wo du stehst – und wohin die Reise geht!“ Eine positive Einstellung zur allgemein vorherrschenden Meinung wird dabei erwartet – es herrscht schließlich Meinungsfreiheit. Doch, was, wenn man nichts sagt, oder nichtssagend schweigt, was ja schon wieder einem, wenn auch negativem, Sagen gleichkommt? Dann macht man sich erst recht verdächtig, gilt als Spielverderber, Sprachspielverderber – „Du musst doch eine Meinung dazu haben. Vom Meinungsstreit lebt die Demokratie.“ „Ja, ich habe eine Meinung, aber ich will sie nicht sagen.“ „Nein, ich habe keine Meinung, aber das will ich auch nicht sagen.“

Jetzt wo die Außenseiter an der Macht sind, verlangen sie von allen höchste Konformität, was heißt, dass niemand mehr Außenseiter sein dürfe.

Der “neue Mensch” macht mir Angst – nicht das Klima.

Sophistereien 25.10.19

Der Widersinn der Political Correctness liegt darin, dass hier die die freie Meinungsäußerung, quasi das fundamentale Grundrecht der Demokratie, unterbunden werden soll.  Es verwunder schon, dass es im Fall “Lucke”,  keinen öffentlichen Aufschrei gab, dass keine Kerzen angezündet wurden, besonders nicht von denen, denen doch die Demokratie nach eigenem Bekunden so sehr am Herzen liegt.  Dass ein Professor seine Vorlesung nicht halten darf (obwohl das Thema “Makroökonomie” politisch unverfänglich ist) und quasi aus dem Hörsaal heraus abgeführt wird, würde man sich in den schlimmsten Diktaturen nicht träumen lassen.  Somit drängt sich der Verdacht auf, dass  die  Political Correctness fernab jeglicher moralischer Implikationen mehr ein Kampfbegriff gegen politisch Missliebige ist. Meinungsfreiheit wird also nur demjenigen gewährt, dessen Meinung der Meinung derer, die den Diskurs bestimmen, nicht widerspricht.  Das ist natürlich, wie leicht zu erkennen ist, paradox. Impliziert doch der Begriff “Meinungsfreiheit”, dass es wenigstens zwei Meinungen zu einem Sachverhalt gibt. Gäbe es hingegen nur eine Meinung, müsste man sich demnach nicht mehr entscheiden. Freiheit, Meinungsfreiheit wäre überflüssig.