Archiv für den Monat: Januar 2020

Sophistereien 31.01.20

Die Verteidigung der Hausbesetzer hat in einem Rechtsstreit am Landgericht Berlin einen Befangenheitsantrag gegen einen Richter gestellt, weil dieser keine Gendersprache verwendet. Begründung sinngemäß: Der Richter habe Vorurteile und diskriminiere. Der Sophist hat das zunächst für Satire gehalten. Ist es aber leider nicht. Befürchte, dass bald Haftstrafen gegen Gendergagasprechverweigernde verhängt werden. Diese müssen dann in ihren Zellen den ganzen Tag gendergerechte Texte schreiben. Gelingt das irgendwann fehlerfrei, kommt man wieder raus. Leider verbreitet sich dieser Gendervirus rasend schnell. Beinahe jede Zeitung, Ausnahme die vom Sophisten bevorzugte NZZ, spickt ihre Texte mit Sternchen und Innen und Partizipien. Eine Vergewaltigung der Sprache. Man fragt sich, ob diese Schreiberlinge („ling“ ist übrigens auch schon verboten, da diskriminierend) überhaupt kein ästhetisches Gefühl mehr haben. Da hilft wohl nur eins: Man muss diese Blätter boykottieren. Sinkende Verkaufszahlen fördern vielleicht die Einsicht.

Sophistereien 24.01.20

In Davos fand diese Woche der Weltkongress der Sophisten statt. Ich war allerdings nicht eingeladen worden. Ich verfüge auch über keinen Privatjet, um dorthin zu kommen. 119 Milliardäre haben sich mit Greta getroffen, um gemeinsam einen Gottesdienst in der Klimakirche zu feiern. Greta ist übrigens ein bisschen hübscher geworden. Der pummelige kleine Robbe hat eine Diät gemacht und sich von einem Visagisten beraten lassen mit dem Ergebnis, dass sie nicht mehr so finster dreinschaut. Merkel spendete den Segen und Trump spielte den Fürsten der Finsternis recht überzeugend. Man kann also von einem gelungenen Event sprechen und sich schon auf das nächste Jahr freuen. Eingeladen sind: der Papst, Bono, Angela Merkel und Luisa Neubauer. Thema: „Was kommt nach der Apokalypse?“

Wer sich seine geistige Freiheit bewahren will, sollte vor allem eins: Den öffentlichen Diskurs meiden wie der Teufel das Weihwasser.

Sophistereien 10.01.20

Im Wintersemester 1929/30 hielt Heidegger an der Universität Freiburg seine berühmte Vorlesung „Die Grundbegriffe der Metaphysik“.  Zentrales Thema dieser Vorlesung ist die „Langweile“ als Grundbefindlichkeit menschlicher Existenz. Die Langeweile als Tor zum Nichts, in das das Dasein hineingehalten sei. Über Monate nur dieses eine Thema: Heidegger beabsichtigte damit, seine Hörer diese Langeweile und damit das Nichts hautnah spüren zu lassen.

Heute wäre das unmöglich. Sind doch die meisten Studenten während einer Vorlesung ohnehin mit ihrem Handy beschäftigt. Ein Handy vertreibt die Langeweile und wird selbst nie langweilig. Es bietet permanenten Zeitvertreib. Ein das Nichts nichtender, vernichtender Apparat.

Wenn Bildung macht ist, wieso sind es dann die Ungebildeten, welche die Macht haben?